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5G in Österreich: Alle Infos zum neuen Mobilfunkstandard

5G in ÖsterreichDer immerfort steigende Datenverkehr stellt die Netzbetreiber auch in Österreich vor immer größer werdende Herausforderungen. Der Bedarf an schnellen Datenverbindungen will flächendeckend bedient werden. Bessere und größere Funknetze sollen mithilfe von 5G in Österreich entstehen. Bei den geplanten 5G-Netzen stehen allerdings weder Internetnutzung noch Telefonie im Fokus. Es geht hier primär um das Internet of Things.

Wir haben für dich die wichtigsten Fakten zur fünften Mobilfunk-Generation zusammengetragen.


Worum es sich bei 5G genau handelt

Die 5G Technologie ist Grundlage für unzählige Einsatzmöglichkeiten, die erst einmal schwerpunktmäßig der Industrie zugutekommen werden.

Es geht dabei darum, mittels IoT eine globale Infrastruktur der Informationsgesellschaften zu schaffen, die es erleichtert, physische und virtuelle Gegenstände miteinander zu vernetzen und sie durch moderne Kommunikationstechniken zusammenarbeiten zu lassen. In seiner Vielfalt kann 5G in jedem Fall um einiges mehr als digitale Telefonie oder kabelloses Internet.

5G Tarifgigant

5G ist die Bezeichnung für die fünfte Mobilfunkgeneration. Nach analoger mobiler Telefonie, GSM, UMTS und LTE dürfen wir uns nun auf Turbo-Datentransport freuen.

Denn 5G transportiert diese rund hundertmal schneller als LTE. Kürzere Laufzeiten der Daten werden ebenfalls in Aussicht gestellt.

5G unterscheidet sich von den bisherigen Netzen dadurch, dass es nicht mehr ein Netz für alle gibt, sondern eine Vielzahl an virtuellen Netzen, die auf die jeweiligen Anforderungen zugeschnitten sind.

Geführt wird das ganze unter dem klingenden Namen „Network Slicing“. So müssen für einige Anwendungen besonders viele Datenmengen transportiert werden, andere hingegen müssen lediglich kleine Datenmengen mit besonders geringer Zeitverzögerung von A nach B bringen.

Logistiker beispielsweise benötigen eine möglichst stromsparende Anbindung unzähliger Geräte ans Netz. Für alle möglichen Anwendungsszenarien gibt es bei 5G je einen Slice zur Verfügung.

Mit einer 5G Funkzelle können wesentlich mehr Geräte bedient werden, als dies bei den älteren Standards der Fall war. Geräte können dabei bis auf einen Meter Entfernung genau geortet werden.

Wird LTE durch 5G abgelöst?

Dies kann mit einem klaren Nein beantwortet werden.

LTE ist eine der Grundlagen von 5G und reicht für viele Anforderungen völlig aus. Aus diesem Grund wird parallel zur Entwicklung von 5G auch das 4G Netz massiv ausgebaut.

Aber auch wenn die Provider mit Bandbreiten von bis zu 300 MBit pro Sekunde werben – in der Praxis kommen viele LTE-Netze nicht im geringsten an die theoretisch mögliche Höchstgeschwindigkeit heran.

Bei 5G-Netzen wird der Unterschied zwischen Theorie und Praxis um einiges geringer ausfallen.

Wie sich 5G in Österreich entwickelt

5G Österreich Logo

In Österreich ging die Versteigerung der Frequenzen für 5G am 7. März dieses Jahres über die Bühne.

Mit den ersteigerten Frequenzen 3,4 bis 3,8 Ghz können Mobilfunkanbieter auf der einen Seite urbane Gebiete mit hohen Bandbreiten versorgen.

Auf der anderen Seite werden nun auch Kunden in Randlagen mit Breitband versorgt werden. In Vorbereitung sind die Auktionen für die Frequenzbänder 700, 1500 und 2100 Mhz unter dem Namen Multibandvergabe 2020.

Die Ermittlung des Marktwertes der Frequenznutzungsrechte dauerte rund drei Wochen und brachte dem Staat 188 Millionen Euro ein.

Die Bieter waren neben den großen Providern A1 Telekom, Hutchinson Drei und T-Mobile auch vier Überraschungskandidaten, als da sind MASS Response, LIWEST, Salzburg AG und Holding Graz.

Erste Tests seit Mitte 2018 mit vorkommerziellen 5G Einstellungen, wie etwa am Wiener Rathausplatz, zeigen, dass die Nutzung des „Pre5G“ mit herkömmlichen Smartphones keine Verbesserung in der Geschwindigkeit mit sich bringt. Lediglich die Netzstabilität wird als besser empfunden, besonders wenn sich viele Menschen gleichzeitig in dasselbe Netz einloggen. Nutzer, die von 5G-Standards voll profitieren möchten, müssen in jedem Fall auch ein dementsprechendes Gerät besitzen. Tests werden noch bis Ende September 2019 laufen um dann wertvolle Ergebnisse für die Implementierung des tatsächlichen 5G Netzes zu liefern.

Vorerst kein flächendeckendes 5G in Österreich

Österreich 5G flächendeckendBesonders hohe Bandbreiten und kurze Latenzzeiten werden in erster Linie von Unternehmen benötigt. Wenn es um reine Mobiltelefonie oder normale Internetnutzung geht, so werden derartige Geschwindigkeiten laut Einschätzung von Experten nicht benötigt. Aus diesem Grund wird 5G vorerst auch nicht flächendeckend angeboten werden.

Nach Ende der ersten Testphase, die seit Mitte 2018 läuft, werden in einer zweiten Phase voraussichtlich bis Ende 2020 flächendeckend ultraschnelle Breitbandanschlüsse (100 Mbit/s) realisiert, um dadurch die Grundlage für den Ausbau von 5G zu schaffen.

Gleichzeitig wird die Einführung von 5G in den Landeshauptstädten angestrebt. Erst Ende 2025 soll dann gemäß Planung eine nahezu flächendeckende Verfügbarkeit von 5G verwirklicht worden sein.

Für Industrie und Wirtschaft ist 5G von zentraler Bedeutung. Hier ist insbesondere die kurze Latenzzeit von 5G, die unter zehn Millisekunden liegt, ausschlaggebend. So sind etwa intelligente Verkehrsleitprojekte in Planung, bei denen sich beispielsweise die Ampelschaltung am tatsächlichen Verkehrsaufkommen orientiert.

Auch für den Betrieb autonomer Fahrzeuge könnte 5G eine zentrale Rolle spielen. Weitere Anwendungsgebiete sind in der Telemedizin ebenso geplant, wie bei der Anwendung von Präzisionsrobotern.

Staatliche Maßnahmen zur Förderung von 5G

Die Kommunikationsbehörde RTR GmbH fordert von der Politik Erleichterungen beim Ausbau des 5G Netzes.

Eine deutliche Verdichtung des Funknetzes ist unbedingt erforderlich, um das Potenzial der Technologie auszuschöpfen.

Die Regierung strebt offiziell bis 2025 eine flächendeckende 5G Versorgung in Österreich an, investiert allerdings nach Ansicht des RTR dafür zu wenig. Die Kosten für den Ausbau der Glasfaserleitungen belaufe sich laut RTR-Chef Gungl auf sechs bis acht Milliarden Euro. Vom Staat zugeschossen wird eine.

Gefordert wird außerdem die Bereitstellung von Gebäuden durch die öffentliche Hand.

Gemäß Strategiepapier ist eine Verdichtung der Standorte von Basisstationen erforderlich, da 5G in einem höheren Frequenzbereich funkt und daher eine geringere Reichweite aufweist. Allerdings werden die neuen Mobilfunkstationen mit den bisherigen nur wenig gemein haben. Die neuen Kleinsendeanlagen sind erheblich kleiner als bisherige Mobilfunkantennen.

Was bringt mir 5G?

Obwohl 5G zu Beginn sicherlich mit Fokus auf Wirtschaft und Industrie ausgelegt sein wird, bringt die fünfte Mobilfunkgeneration auch einig Vorteile für Privatanwender mit sich.

Als Grundlage für neue Kundenerlebnisse, wie etwa Augmented Reality, unterstützt 5G auch die Digitalisierung vieler Lebensbereiche. Überall, wo viele Menschen an einem Ort zusammenkommen und gleichzeitig online sind, wird 5G auch Privatnutzern enorme Vorteile bringen. So wird auch an Flughäfen oder im Fußballstadion kein Nutzer mehr ohne Netz im Regen stehengelassen werden.

Auch wenn der Startschuss für 5G mit der Versteigerung der Frequenzen gefallen ist, so gibt es derzeit kaum Geräte, die diesen superschnellen Mobilfunkstandard unterstützen.

Die ersten 5G-fähigen Smartphones sind im Laufe des Jahres zu erwarten. Samsung hat bereits eine 5G Version des Galaxy S10 entwickelt, das zwar in Österreich noch nicht auf dem Markt ist, in der Schweiz aber schon vorbestellt werden kann.

Tatsächlich erhältlich sein soll es dann ab Mitte 2019 auch in Österreich. Weitere Anbieter dürften rasch nachziehen, wie auf dem Mobile World Congress in Barcelona ersichtlich war. Hier stellten auch Huawei und Xiaomi bereits 5G-fähige Smartphones vor.

Es steht auch noch die Frage im Raum, wie teuer denn die neuen 5G Mobilfunktarife sein werden. Wahrscheinlich ist, dass die neuen Tarife teurer werden als bisherige.

Die kann durch einen Blick zu unseren Nachbarn bestätigt werden. In der Schweiz werden solche 5G Optionen bereits von Sunrise und Swisscom um umgerechnet ca. 8,80 Euro Aufschlag angeboten.

5G-Kritiker, wie etwa die Ärztekammer, warnen vor Folgen der hohen Strahlungsdichte, die bisher nicht eingeschätzt werden könne und möglicherweise krebserregend sein könne.

Dies wird von Strahlungsexperten allerdings dementiert, da eine 5G-Antenne zwar stärker als ein Smartphone strahle, wir selbige aber weder in der Hand halten, noch an unser Ohr drücken.

Die vom Körper absorbierte Strahlung stamme von Geräten, die eng am Körper betrieben werden, so Martin Röösli vom Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Institut in „20 Minuten“.