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Was ist Libra?

Was ist Libra?

Kryptowährungen wie Bitcoins sind in aller Munde und werden immer häufiger gehandelt. Da konnte es eigentlich nicht lange dauern, bis Facebook nachzieht. Mit Libra hat das soziale Netzwerk eine eigene virtuelle Währung geschaffen.

Doch was ist Libra genau und was unterscheidet das Online-Geld von den anderen Kryptowährungen? Hier erfährst du es.


Das ist der Facebook-Coin

Was ist Libra: FacebookLibra ist eine geplante private Kryptowährung, die 2020 auf den Markt kommen soll.

Hinter der digitalen Währung steht die sogenannte Libra Association. Diese umfasst derzeit 21 Mitglieder. Nutzer können den Libra-Coin mit ihrer Landeswährung kaufen, das heißt auch mit dem Euro ist die Facebook-Währung erhältlich.

Wie funktioniert Libra?

Unter dem Slogan „Libra ist für alle Menschen da“ wirbt Facebook mit dem digitalen Geld.

Das Prinzip von Kryptowährungen sieht vor, dass Geld einfach und kostengünstig um die Welt transferiert werden kann. Jeder Mensch mit einem Smartphone oder Computer kann also auf Libra zugreifen. Ob Bitcoin, Ethereum oder Libra: Die virtuelle Währung wird vor allem für ihre Sicherheit gelobt. Denn das garantiert die Technologie dahinter: die Blockchain. Über sie werden Transfers anonym, sicher und schnell.

Was versteht man unter Blockchain und wie geht das?

Wie funktioniert Libra?Die Blockchain ist eine innovative Technologie, mit der sich Transaktionen jeglicher Art mit einer Kryptowährung (Bitcoin, Libra und Co.) digital nachverfolgen lassen.

Das heißt, du kannst über die Blockchain Handel betreiben oder geschäftliche Transaktionen vollziehen. Selbst Dokumente kommen so verschlüsselt von A nach B.

Postweg oder E-Mail adé.

Vorstellen kann man sich das wie ein analoges Kassenbuch, in dem alle Schritte der Transaktion dokumentiert sind. Die Datei nennt sich in diesem Fall „Block“. In einem Block lassen sich nur begrenzte Transaktionen festhalten, dann ist ein neuer Block nötig. So als wenn eine Seite im Kassenbuch vollgeschrieben ist. Alle Blöcke werden durch eine Verschlüsselungstechnik miteinander verbunden. Eine Kette entsteht, die „chain“.

Start ist für 2020 geplant

Noch kann niemand mit Libra handeln oder zahlen. Denn der Facebook-Coin soll erst nächstes Jahr starten. Zahlen lässt sich dann wie folgt:

Facebook-Nutzer tauschen ihr Geld in Libra. Jede heimische Währung ist möglich.

Sollte die Funktion mobil über das Smartphone mit dem eigenen Bankkonto verbunden sein, kann an jedem Ort und zu jeder Zeit, Geld digital getauscht werden.

In einer virtuellen Geldbörse, einer Wallet, ist das Online-Geld aufgehoben. Diese Wallet hat Facebook Calibra getauft. Nicht nur Calibra kann genutzt werden, auch andere Anbieter sind erlaubt.

Via Messenger oder WhatsApp kann dann mit Libra gezahlt werden. Wir kennen das schon von PayPal: Mal eben an den Freund 10 Euro überweisen für die letzte Runde Bier. Das geht ab 2020 auch mit Libra. Facebook versichert, dass sie keinen Zugriff auf die Transaktionsdaten haben. Doch EU und nationale wie internationale Politiker zweifeln das an.

Politische Kritik wird laut

Libra hat es seit Anbeginn schwer. Vor allem Politiker nehmen den Facebook-Coin unter die Lupe.

Sie kritisieren vor allem, dass sie kaum Einblicke in die Coin-Maschinerie Zuckerbergs erhalten.

Diese Woche befasste sich der Bundestagsfinanz- und digitalausschuss in Deutschland mit Libra.

Bertrand Perez war als Chief Operating Officer nach Frankfurt eingeladen. Er ist Vorstand der aktuell 21 Mitglieder der Libra Association. Bis vor kurzem gab es noch 22 Mitglieder, doch PayPal ist als Partner bereits ausgestiegen.

Im Fokus des Treffens stand die Sorge, dass Libra zum Start die Finanzstabilität gefährdet und ohne eine Freigabe Europas auf den Markt gelangt. Besonders kritisch wird die Datensicherheit gesehen.

Hier ist Facebook in der Bringschuld: Die Datenskandale der vergangenen Jahre haben Nutzer misstrauischer werden lassen. Die deutsche Regierung möchte den Start von Libra regulieren. Doch nicht nur hierzulande steht der Coin unter Druck, auch in den USA muss sich die Facebook-Währung einer genauen Prüfung unterziehen.

Libra Association als starke Partner

Ob der Konzern schon mit Gegenwind gerechnet hat? Auf jeden Fall hat sich Facebook starke Partner ins Boot geholt.

Zur Webseite der Libra Association

Mit der Libra Association ist ein Netzwerk aus 21 Partnern entstanden, die Libra bei der Geburt helfen und als Paten auf dem Weg begleiten.

Doch nicht jeder kann bei der Party mitspielen. Anwärter müssen zu den Big Playern zählen und einen Marktwert von 1 Milliarde US-Dollar aufweisen. Alternativ sind auch mehr als 20 Millionen Kunden gern gesehen. Kleine Brötchen werden im Hause Zuckerberg bekanntlich nicht gebacken.

Wer in die Association aufgenommen wird, tritt auch als Sponsor auf. 10 Millionen US-Dollar hat jeder Partner investiert. Im Sommer 2019 waren es ganze 28 Partner, bis heute hat Facebook also 7 Teilnehmer verloren, darunter PayPal. Warum den 7 Ausgeschiedenen Libra zu heiß wurde, ist nicht bekannt.

Kursschwankungen soll es nicht geben

Kryptowährungen wie Bitcoin sind für extreme Kursschwankungen bekannt. Das möchte Facebook mit dem Start von Libra definitiv verhindern

Die eigenen Coins sollen stabil sein und Nutzern Planungssicherheit geben.

Das soziale Netzwerk plant dafür, die digitale Währung an etablierte Zahlungsmittel zu koppeln. Ein Reservefonds soll ausreichende Mittel in US-Dollar, Euro und Yen lagern.

Libra kann im Gegensatz zu Bitcoins nicht selbst hergestellt werden. Libra kann ausschließlich bei Mitgliedern der Libra Association oder auf kooperierenden Handelsplattformen erworben werden. Für Facebook ist der Einstieg in den Markt der Kryptowährungen ein neues Geschäftsmodell.

Mehr Kunden als die traditionellen Banken?

Die Nutzerzahlen bewegen sich im Raum der Superlative: 2,7 Milliarden Menschen sind auf Facebook, der Tochter Instagram und chatten im Messenger oder auf WhatsApp.

Die Reichweite für das digitale Geld ist also enorm. Würden nur ein paar hundert Millionen Nutzer Libra nutzen, würde so manche Traditionsbank wohl vor Neid erblassen. Das Potenzial ist riesig.

Der Durchbruch wird zunächst für Entwicklungsländer erwartet, da die Währungen hier an für sich schon instabil sind und sich mobiles Bezahlen bereits etabliert hat. Das ist in Österreich und Deutschland noch anders, kaum einer bezahlt über mobile Wallets und setzt lieber auf die bekannte EC-Karte oder das gute alte Bargeld.

Laut Facebook stellen Menschen ohne Konto eine weitere Zielgruppe dar. Die mobile Wallet könnte also in Zukunft ein unabhängiges Mittel für diese Leute sein. Doch es gibt einen Haken: Die meisten Menschen ohne Konto leben in China – und hier ist Facebook verboten. In Indien sollen Kryptowährungen gänzlich verboten werden.


Checkliste: So kaufst Du Coins in 5 Schritten

Interesse geweckt? Mit der folgenden Kurzanleitung kannst Du Coins kaufen.

1. Wähle eine seriöse Handelsplattform, der die Einzahlungsmethode anbietet.
2. Konto eröffnen
3. Einzahlen auf das neue Konto
4. Handel mit der heimischen Währung gegen Libra
5. Coins auszahlen lassen und in einer Wallet aufbewahren

Trotz kritischer Stimmen: Der Konzern hält an seinen Plänen fest und will Libra 2020 an den Start bringen. Weitere Investoren sind erwünscht. Mark Zuckerberg hat zudem namhafte Kryptoexperten gewonnen. Wir dürfen also gespannt sein.