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Serien streamen illegal? – Alles zur Lage in Österreich

Serien streamen illegal

Obwohl Kino.to schon seit Jahren offline ist, ploppen online immer wieder neue Streamingseiten auf, die Filme und Videos zum Nulltarif anbieten.

Für viele ist das auch eine praktische und vor allem kostenfreie Alternative zu Netflix & Co. Glaubt man den Statistiken mancher Recherche-Plattformen, so boomen freie Streamingdienste auch jetzt noch. Kein Wunder: Wer möchte nicht kostenlos Filme und Serien in voller Länge online schauen?

Aber wie ist die rechtliche Lage bei solchen Webseiten? Ist in Österreich Serien streamen illegal?

Wie sieht es in anderen Ländern (beispielsweise Deutschland) aus? Kann ich in Österreich erwischt werden und womit muss ich rechnen? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt es im folgenden Artikel.


Lage in Österreich: Ist Serien streamen illegal?

Serien streamen illegal: GesetzOb Serien streamen illegal ist, hängt natürlich davon ab, was man darunter versteht.

Wer darunter versteht, dass er über Netflix, Amazon Prime oder über einen anderen Anbieter legal Serien schaut, ist rechtlich natürlich komplett auf der sicheren Seite. Durch die Abo-Modelle der verschiedenen Unternehmen bezahlt man nämlich für den Service und die Anbieter haben die Rechte und Lizenzen dafür, ihre Serien und Filme anzubieten.

Anders sieht es bei nicht-autorisierten Anbietern aus, also Webseiten, die meist von Privatpersonen betrieben werden und ohne Rechte Filme und Serien zum Streamen anbieten.

Das österreichische Gesetz besagt, dass es rechtswidrig ist und eine Urheberrechtsverletzung darstellt, da während des Streamens eine Kopie des Films in den Arbeitsspeicher des eigenen Computers kopiert wird.

In Österreich müssen sich Menschen, die solche Streams ansehen, aber nicht so viele Sorgen machen.

Was kann in Österreich passieren?

Serien streamen ÖsterreichIn der Alpenrepublik ist das Abmahnwesen zum Glück nicht so ausgeprägt wie in Deutschland. Auch die Gesetzeslage ist anders.

Aus Deutschland hört man ja immer wieder, dass Menschen, die über nicht-autorisierte Webseiten Streams anschauen, eine Abmahnung erhalten.

Das ist in Österreich normalerweise nicht möglich.

Einerseits dürfen hierzulande Internetanbieter nicht sagen, welcher ihrer Kunden wann welche Internetadresse genutzt hat. So ist eine gewisse Anonymität aus dem Vornhinein gegeben. Andererseits ist es so, dass Abmahnanwälte und Rechte-Inhaber in den letzten Jahren andere Wege gefunden haben.

Anstatt die Nutzer der Streamingangebote zu verklagen, fokussiert man sich heute lieber auf die Angebotsbetreiber. Auf lange Sicht kann es dann passieren, dass Angebote wie damals Kino.to, vom Netz genommen werden. Da die Betreiber der Webseiten aber meist in Ländern sitzen, in denen es dafür keine gesetzlichen Grundlagen gibt, fällt das den Rechte-Inhabern natürlich schwer.

Wie sieht es in Deutschland aus?

Vor allem in Deutschland gab es eine Zeit lang viele Abmahnungen wegen illegalem Streaming.

Wenn Abmahnanwälte herausfinden konnten, wer illegal streamt, wurden gerne teure Abmahnrechnungen verschickt.

Heute sind die Gebühren für Abmahnungen gestaffelt – meist kostet eine Abmahnung 150€. Doch davon sollte man sich nicht täuschen lassen. Es ist durchaus möglich, dass man von mehreren Abmahnanwälten gleichzeitig verklagt wird – und dann kann man mit 5*150€ oder mehr rechnen.

Weiß mein Internetanbieter, wo ich surfe?

Internetanbieter mussten Daten bezüglich der Aktivitäten ihrer Kunden für einen festgelegten Zeitraum speichern. Das nennt sich Vorratsdatenspeicherung.

Der Internetanbieter konnte also durchaus Einblick in das Surfverhalten seiner Kunden nehmen.

Im Jahr 2014 wurden diese Regelungen in Österreich jedoch aufgehoben. Der Verfassungsgerichtshof entschied, dass die Vorratsdatenspeicherung gegen die Verfassung verstößt und sie ist seit 1. Juli 2014 außer Kraft.

Aktuell ist das Live-Überwachen in Österreich nur dann zulässig, wenn ein Verdacht auf eine Entführung besteht, eine schwere Straftat aufgeklärt werden muss, terroristische Aktivitäten vermutet werden oder jemand auf der Flucht gesucht wird. Mehr Infos dazu gibt es auf oesterreich.gv.at.

Zusammengefasst lässt sich also behaupten, dass die Datenschutzgesetze Österreichs und der gesamten europäischen Union sehr streng sind. Das Hauptmerkmal liegt hier also wirklich auf der Achtung der Privatsphäre der Internetnutzer.

Hinweis: Nur weil die österreichischen Behörden nicht spionieren, heißt das nicht, dass Behörden anderer Länder (USA, Russland, China) auch so agieren. Im Gegenteil – US-amerikanische Behörden sind bekannt dafür, auf der ganzen Welt zu aktiv zu sein (online und offline).

Gute Idee: Programme für anonymes Surfen

Nicht nur beim Streamen von Serien ist es gut, anonym zu surfen. Auch bei Bankangelegenheiten oder beim Online-Shopping empfiehlt es sich, eine zweite Schutzschicht zu haben.

Hier kommt Software für anonymes Surfen ins Spiel. Solche Programme, meist VPN-Anbieter, sichern die Internetverbindung.

Beispiel: Verbindung ohne VPN

Beispiel: Verbindung ohne VPN

Sie erstellen eine Art “Tunnel” vom eigenen PC zum Server des VPN-Anbieters und bauen erst vom VPN-Server eine Verbindung zur aufgerufenen Webseite auf. Dadurch wird auch die IP-Adresse des Nutzers verschleiert.

VPN Anbieter Erklärung

Beispiel: Verbindung mit VPN

Moderne VPN-Anbieter setzen noch eins drauf und bieten zur Verschleierung und Verschlüsselung des eigenen Datenverkehrs zusätzlich den Umweg über mehrere Server. Am Ende ist es also fast zu 100% unmöglich zu wissen, woher die Anfrage kam.

Hinweis: Mehr Infos zum Thema “IP-Adresse verschleiern” finden sich auch in diesem Ratgeber.

Top 3 empfehlenswerte VPN-Anbieter

Wir testen und vergleichen regelmäßig verschiedene VPN-Anbieter miteinander.

In der folgenden Vergleichstabelle präsentieren wir 3 aktuell empfehlenswerte VPN-Anbieter für Österreich.

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NordVPN Logo Surfshark VPN Österreich
Name NordVPNSurfshark VPNPureVPN
Bewertung
Vorteile

- schnelle Verbindung
- hoher Datenschutz
- günstige Preise
- vertrauenswürdig
- einfache Bedienung

- extrem günstig
- hoher Datenschutz
- gute Serverauswahl
- bester Zwei-Jahres-Preis

- schnell
- günstig
- große Länderauswahl

Nachteile

- Verbindungs-abbrüche
- manchmal langsam

- manchmal langsam
- nur Land wählbar

- Software überfüllt
- Sitz in Hong Kong

Österreichischer ServerJaJaJa
Zum AnbieterZum AnbieterZum Anbieter

Bei einem VPN-Anbieter muss vor allem auf einen hohen Datenschutz und gute Anonymisierungs-Funktionen geschaut werden. Außerdem sollte die VPN-Verbindung schnell genug sein, um Streaming und andere geschwindigkeitsfordernde Anwendungen zu unterstützen.

Die meisten VPN-Anbieter haben auch Apps für Smartphones und Tablets entwickelt. So kann man nicht nur auf dem Stand-PC oder Laptop, sondern auch mobil sicher und anonym surfen.

Hinweis: In unserem Beitrag zum Thema “Anonym im Internet surfen” erklären wir ausführlich, was VPNs bringen und warum jeder Mensch einen Wert darauf legen sollte, anonym online unterwegs zu sein.

Unser Tipp: Auf legale Streamingseiten umsteigen

Als Nutzer unautorisierter Streamingangebote sollte man versuchen, sich in die Menschen zu versetzen, die Filme und Serien produzieren.

Auf legale Seiten umsteigenNiemand möchte, dass die eigene Arbeit nicht wertgeschätzt wird. Mit illegalem Online-Streaming passiert jedoch genau das: Filme und Serien, in die Schauspieler, Regisseure, Produzenten & Co. sehr viel Arbeit investiert haben, können online zum Nulltarif gestreamt werden. Hier sollte wohl jedem klar sein, dass das nicht in Ordnung ist.

Generell sank der Preis für Filme und Musik in den letzten Jahren sowieso enorm. Musste man vorher noch für jeden Film in ein Geschäft und viel Geld für eine einzige DVD hinblättern, so bekommt man mit Netflix und Amazon Prime heutzutage Abos für unter 10€ pro Monat und damit eine riesige Video- und Filmbibliothek.

Die beste Variante für alle sollte also sein, auf illegale Streamingangebote zu verzichten und auf legale Seiten umzusteigen.


Fazit: Serien streamen illegal?

Das Streamen von Serien und Filmen über unautorisierte Webseiten ist auch in Österreich illegal.

Dies liegt daran, dass dabei Urheberrechte verletzt werden, da auch beim Streamen der Film in den Arbeitsspeicher des Computers geladen wird und somit eine “Privatkopie” erstellt wird.

Es ist in Österreich jedoch nicht möglich, nachzuweisen, wer wann und wo so eine Webseite besucht hat. Daher ist es (normalerweise) nicht strafbar. Trotzdem empfehlen wir niemandem, solche Seiten zu besuchen. Sie sind nicht nur mit nerviger Pop-Up-Werbung überladen, sondern können auch Viren auf dem PC hinterlassen.

Wir empfehlen die Nutzung eines VPN, um anonym und sicher zu surfen. Als Alternative zu unautorisierten Streamingsieten sollte die Nutzung legaler Streamingdienste (beispielsweise Netflix oder Amazon Prime) in Betracht gezogen werden.